Zeltlager

Es ist der erste Samstag im Dezember. Unsere Jahreshauptversammlung steht an. Eigentlich mag noch keiner so richtig an den kommenden Sommer denken. Doch ein Punkt auf der Tagesordnung fällt jedem sofort auf: Das Kreiszeltlager in den nächsten Sommerferien. Seitdem unsere Jugendfeuerwehr besteht, hat es um diesen Tagesordnungspunkt nie irgendwelche Diskussionen gegeben. Natürlich fahren wir zum Kreiszeltlager! Welch eine Frage! Bisher hat unsere Jugendfeuerwehr an jedem Kreiszeltlager im Landkreis Diepholz teilgenommen. Außerdem haben wir 1979 am Landeszeltlager in Lembruch und 1983 am Bezirkszeltlager in Syke teilgenommen.

Das Kreiszeltlager ist der Höhepunkt des Jahres.

Doch was macht die Faszination Zeltlager aus?

Schon Wochen vorher baut sich eine gewisse Spannung auf. In welchem Lagerdorf liegt unser Zeltplatz? Welche Jugendfeuerwehren sind unsere Nachbarn? Zwei Tage vor Beginn des Kreiszeltlagers verladen wir unsere Ausrüstung und wir bauen unser Lager bereits einen Tag vor Beginn des Kreiszeltlagers auf.

Ansprüche und Perfektion bei der Durchführung eines Kreiszeltlagers sind mit den Jahren gewachsen. Es gibt kaum einen Zeltplatz mit einem Volleyballfeld mittendrin und einem Zaun drum herum. Gruppenzelte, Feldbetten, moderne Schlafsäcke und Kühlbehälter zum kühlen der Getränke zählen heutzutage ebenso zum Standard wie Spültoiletten, Duschen und eine Lautsprecheranlage auf dem gesamten Zeltplatz.

Auch das ist Kreiszeltlager: Ein großes Festzelt, ein tolles Abendprogramm und das leckere Essen der Kreisfeuerwehrküche.

Doch bei allem Anspruchsdenken und Perfektionismus ist die Faszination Kreiszeltlager ungebrochen. Da wird auf das bequeme Familienleben verzichtet und mit wenigen Habseligkeiten und mehreren Personen auf engstem Raum zusammengelebt. In friedlichem Wettstreit werden spannende Wettbewerbe ausgetragen. Spannung, Spaß und Nervenkitzel bei Wettbewerben und Spielen, oder der Besuch eines Freibades, auch das ist Zeltlager!

Hier wird Kameradschaft praktiziert und neue Freundschaften werden geschlossen. Schule und Alltag rücken in den Hintergrund. Da wird schon mal der nächtliche Besuch eines Kleintieres billigend in Kauf genommen.