Übungseinsatz Verkehrsunfall mit 2 eingeklemmten Personen am 10.11.2017  in Freistatt

 

Die Ortsfeuerwehren Freistatt, Barver und Varrel wurden gegen 16:52 Uhr zu einem Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person alarmiert. Der Unfall ereignete sich auf der Moorstraße zwischen Freistatt und Heimstatt in Höhe Deckertau. Hierbei kollidierten zwei Fahrzeuge, wobei der Fahrer des aus Heimstatt kommenden PKWs und der Beifahrer des aus Freistatt kommenden PKWs eingeklemmt wurden. Die Fahrerin des aus Freistatt kommenden PKWs konnte sich selber befreien. Neben den Feuerwehren wurden auch vier Rettungswagen sowie die Polizei alarmiert. Aufgrund der geringen Breite der Fahrbahn ist ein PKW im Graben zum Stehen gekommen. Die ersteintreffenden Kräfte aus Freistatt machten erst einmal eine Lageerkundung und Verletzten-Sondierung. Aufgrund der Beschaffenheit und Breite der Straße wurde die Einsatztaktik und die Fahrzeug Aufstellung erschwert.

Nachdem der Rettungsdienst eingetroffen ist und die Beurteilung der Verletzten vorgenommen hatte, musste mit dem ersteintreffenden Rüstsatz der Feuerwehr Varrel eine Crash-Rettung durchgeführt werden. Da der Fahrer des PKWs im Graben so schwere Verletzungen aufwies, musste er umgehend aus dem Fahrzeug gerettet und in Krankenhaus gebracht werden. Bei einer Crash-Rettung wird, um das Leben des Verunfallten zu erhalten, auf eine umfassende Diagnostik verzichtet und eventuelle Schädigungen in Kauf genommen um das Leben zu retten. Die Ortsfeuerwehr Varrel begann dann in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst die verletzte Person aus dem PKW zu retten. Nach ca. 10 Minuten konnte der Verletzte an den Rettungsdienst übergeben werden und wurde dort weiter versorgt.

Die zweite eingeklemmte Person wurde währenddessen schon vom Rettungsdienst versorgt, sodass mit Eintreffen des zweiten Rüstsatzes aus Barver parallel zur Crash-Rettung auch mit der Rettung des zweiten Verletzten begonnen werden konnte. Diese Rettung zog sich ca. 45 Minuten hin. Der Beifahrer war mit seinem Bein so im Armaturenbrett eingeklemmt, dass man sich nachher mittels Handsäge daran machte dieses auseinander zu trennen. Während der gesamten Rettung war der Beifahrer ansprechbar. Mittels Spreizer wurde erst einmal eine Zugangsöffnung geschaffen in dem die Tür herrausgespreizt wurde. Dies ist dafür nötig, dass der Rettungsdienst mehr Freiheiten in der Arbeit mit dem Patienten hat. Danach wurde das Dach mittels Schere abgetrennt und nach vorne geklappt. Mittels Zylindern wurde der Vorderteil des Wagens nach vorne gedrückt, dadurch konnten die Beine des Verletzten befreit werden. Nachdem der Verletzte soweit aus dem Fahrzeug geholt wurde, konnte auch er in einem Rettungswagen weiter versorgt werden.

Danach galt es für die Feuerwehr noch alle Gerätschaften wieder Einsatzbereit auf den Fahrzeugen zu verstauen und Aufräumarbeiten durchzuführen.

Das ganze Szenario war dann ja zum Glück nur eine groß angelegte Übung die in Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei stattfand. Für die Feuerwehren und den Rettungsdienst galt es gerade im Bereich der Personenrettung eine gute Zusammenarbeit mit guter Kommunikation zu üben. Natürlich sollte auch die Handhabung der technischen Rettungsgeräte geübt werden. Gerade die Übung der Handhabung ist extrem wichtig, damit im Ernstfall ein sicherer Umgang und somit eine schnelle Rettung zu gewährleisten ist.

Damit das ganze Szenario dann realistischer war und die Feuerwehren nicht gleich bemerkten, dass es eine Übung ist, wurden die Verletzten von der Unfalldarstellung aus Lemförde geschminkt.

Die Polizei hat an der Unfallstelle diverse Unfallaufnahmen durchgeführt. Da auch die Polizei bei der Ausarbeitung mit involviert war, wurden auch die Polizeikommissar Anwärter und neuen Kollegen, die ihr Studium beendet haben, bei diesem Einsatz gefordert und konnten das gelernte in die Tat umsetzten. Es galt Unfallaufnahmen zumachen, Personalien festzustellen um dann herauszubekommen, dass die Unfallverursacherin "alkoholisiert" war. Zudem wurde die Fidias Technik angeschnitten, welches eine Technik ist eine Maßstabs getreue Skizze zu erstellen.

Im Nachgang des Einsatzes gab es im Feuerwehrgerätehaus Freistatt, bei einer Wurst und einem Getränk, noch eine Nachbereitung. Nils Enders von Seiten der Feuerwehr sowie Anne Krüger und Sabrina Windhorst von Seiten der Polizei haben die Übung ausgearbeitet. Bei der Nachbesprechung gab es dann viel positives aber auch konstruktive Kritik. Dies ist aber enorm wichtig damit Feuerwehr und auch Rettungsdienst und Polizei ihre Arbeit weiterhin verbessern können.

Aufgefallen ist, dass die Kommunikation während der Anfahrt zu den Einsatzorten sehr wichtig ist. Wie später an der Einsatzstelle festgestellt wurde, kann man somit gerade auf engen Straßen ein "Zubauen" der Einsatzstelle aus dem Wege gehen. Zudem wurde auch Seitens des Rettungsdienstes gesagt, dass eine Kennzeichnung von Ansprechpartner unumgänglich ist, damit der Rettungsdienst gerade bei Rettungen einen Ansprechpartner hat der den "Hut auf hat".

Ansonsten wurde Seitens des Rettungsdienstes die gute Kommunikation während der Rettung an der Einsatzstelle gelobt, Till Bigalke seitens des DRK bedankte sich für die Möglichkeit, dass die Auszubildenden sich bei der Übung beteiligen konnten und auch von dort schon Eindrücke mitnehmen können. Stephan Nisse seitens der Landkreis Rettung schloss sich in seinen Worten an, denn auch seitens der Landkreis Rettung waren Auszubildende auf den Rettungswagen eingesetzt. Michael Schumacher, stv. Ortsbrandmeister aus Barver, bedankte sich für Ausrichtung der Übung. Dies war der erste "scharfe Einsatz". Mit so einer realistischen Übung, perfekt. Nils Enders bedankte sich bei Frauke Amon für die tolle Schminkeinheit an den Verletzten. Zudem bedankte er sich bei Kris Taylor, Heinrich Flottemesch sowie Tanja Kemmann für die sehr gute Darstellung von den Verletzten, damit wurde bei der Rettung alles von den Rettungskräften gefordert.

Ein Dank gilt auch der Autoverwertung Sulingen, die zwei PKWs für die Übung zur Verfügung gestellt haben, sodass eine realistische Übung erst möglich wurde. Des Weiteren gilt ein großer Dank Sven Gödeker der beim Abholen der Autos mit Trecker und Anhänger zur Verfügung stand. Auch Stefan Rohlfs von der Landkreis Rettung der den Kontakt zum Rettungsdienst hergestellt hat, sowie der Rettungsleitstelle in Diepholz mit den beiden Diensthabenden Disponenten für die super Zusammenarbeit im Vorfeld und Während der Übung.