Jugendfeuerwehr Rehden blickt auf 50-jähriges Bestehen zurück

stehend: Heinrich Mackenstedt, Wilhelm Poppe, Bernhard Hörnschemeier, Reinhard Freer, Reinhard Jahn, Walter Jungblut, Uwe Stenzel kniend: Heinrich Fenker, Bernhard Steinmeyer, Rolf Hildebrand nicht im Bild: Friedrich-Otto Lührs

Seit einem halben Jahrhundert lernen junge Menschen bei der Jugendfeuerwehr Rehden die Grundlagen des Feuerwehrhandwerks und die Bedeutung von Kameradschaft und haben jede Menge Spaß bei den vielen Aktivitäten, die die Betreuer alljährlich organisieren. Begonnen hatte alles bei der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Rehden am 8. Februar 1969, wie die aktuelle Jugendwartin Johanne Hüllmann berichtet. Dort wurde der Vorschlag des damaligen Gemeindebrandmeisters Helmut Holt, eine Jugendfeuerwehr aufzubauen, einstimmig angenommen. Friedrich Maschmann und Fritz Curth wurden als erste Jugendwarte gewählt.

Den Anstoß zur Gründung hatte 1967 das Bundesministerium für Familie und Jugend mit der Anerkennung der Deutschen Jugendfeuerwehr als förderungswürdige Jugendgemeinschaft gegeben. Unter diesen Voraussetzungen und vor allem, um den Nachwuchs für die aktive Feuerwehr zu erhalten, entschied man sich auch in Rehden, junge Menschen in die Feuerwehr zu integrieren.

Nach erfolgreicher Mundpropaganda in der Schule und im gesamten Ort konnten bald die ersten jungen Mitglieder aufgenommen werden – elf Jungen im Alter von 12 bis 15 Jahren. Das erste Jugendfeuerwehr-Treffen fand am 25. April 1969 in der Schützenhalle in Rehden statt, in der sich die Mitglieder künftig alle zwei Wochen freitags trafen. Der 30. Mai 1969 war für alle Jungen ein ganz besonderer Tag, denn sie fuhren nach Dienstschluss in einer neuen Feuerwehruniform nach Hause. Am 26. Juni folgte unter der Leitung vom Gemeindebrandmeister Helmut Holt die Gründungsversammlung.

Erste Wettkampferfahrungen sammelten die Jugendlichen bei den Kreiswettkämpfen in Ströhen. Auch bei den Kreisjugendfeuerwehrtagen im August 1969 waren sie schon dabei und bewiesen in den Disziplinen Wandern mit Kontrollen, Fragebeantwortungen und verschiedenen Spielen ihr Können. In der Gesamtwertung erreichten die Rehdener den dritten Platz. Für Neulinge ein beachtliches Ergebnis, das sie im folgenden Jahr mit ihrem Gesamtsieg sogar noch steigerten. So erfolgreich ging es weiter mit Siegen in den Jahren 1973, 1974 und 1975.

Am 1. Februar 1975 wurde auf der Jahreshauptversammlung eine Mädchengruppe gegründet, die den Grundstein für eine gleichberechtigte Jugendarbeit bildete. 17 Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren wurden aufgenommen. Damit mussten auch weibliche Betreuer her. Diese Aufgabe übernahmen anfangs Marianne Maschmann und Anni Curth. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Jugendfeuerwehr Rehden 36 Mitglieder.

Bis heute sind die Jungen und Mädchen mit viel Ehrgeiz und Spaß jedes Jahr beim Kreisjugendfeuerwehrzeltlager dabei. Die Rehdener waren auch schon selbst zweimal Ausrichter. Zuletzt begrüßten sie 2008 rund 2 000 Teilnehmer.

Auf das Gründungsjahr gehen auch die jährlichen Theateraufführungen – der sogenannte „Bunte Abend“ – zurück. Zum ersten Mal trat die Jugendfeuerwehr 1969 beim Weihnachtsball der Freiwilligen Feuerwehr auf.

Aktuell zählt die Jugendfeuerwehr laut Jugendwartin Johanne Hüllmann 32 Mitglieder – 12 Mädchen und 20 Jungen im Alter von 10 bis 18 Jahren. Sie werden von zehn ehrenamtlichen Betreuern begleitet. Langweilig wird es den Kindern und Jugendlichen bei der Nachwuchswehr nicht. Von Januar bis März stehen die Vorbereitungen für den „Bunten Abend“ im Mittelpunkt. Es wird geprobt, gebastelt und getanzt, die älteren Jugendlichen studieren ein Theaterstück ein.

Im April beginnen die Übungsdienste für die Vorbereitung aus das Kreiszeltlager. Die Jugendlichen trainieren unter anderem Völkerball, Volleyball und Indiaca und üben für die feuerwehrtechnischen Wettkämpfe.

Weiterhin veranstalten die Betreuer das sogenannte „Sportweekend“. An diesem Wochenende werden Schlagball, Volleyball und viele weitere Sportwettkämpfe veranstaltet und das Bootsfahren geübt. Die Teilnehmer übernachten nach einem gemeinsamen Grillen und einem Nachtorientierungsmarsch im Gerätehaus.

Zusätzlich finden im Mai und Juni die Gemeindewettkämpfe und der Kreisjugendfeuerwehrtag statt. Dabei können die Kinder ihr Können unter Beweis stellen und sich mit den anderen Jugendfeuerwehren vergleichen.

Von September bis Dezember findet Theorie-Unterricht statt, in dem den Kindern und Jugendlichen die Grundlagen und die Bedeutung der Feuerwehr nähergebracht werden. Seit einigen Jahren wird auch für die Jugendflammen- und Leistungsspangenabnahmen geübt, bei denen der Nachwuchs die Theorie in die Praxis umsetzen muss.

„Auch nach so einer langen Zeit freuen wir uns jederzeit über neue Gesichter in unserer Gemeinschaft. Schaut gerne bei uns vorbei“, lädt Jugendwartin Johanne Hüllmann alle jungen Interessierten aus der Samtgemeinde Rehden ein. Zugleich nimmt sie das Jubiläum zum Anlass, den Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde und der Kinderfeuerwehr für deren regelmäßige Unterstützung zu danken.

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